Gemeinsames Hacken bringt Expert:innen zusammen
Vom 14.-15. Oktober 2026 fand ein Online-Hackathon in Kooperation zwischen WiNoDa und DiSSCo (The Distributed System of Scientific Collections) statt. Unter dem Motto „Advancing Specimen Data“ kamen Expert:innen aus den Bereichen Bioinformatik, Datenkuratierung und Softwareentwicklung zusammen, um neue Machine Annotation Services (MAS) für die DiSSCo Infrastruktur zu entwickeln. GFBio unterstützte die Veranstaltung durch seine Erfahrungen bei der Organisation und Durchführung anspruchsvoller Online-Formate wie der WiNoDa Winter School oder dem RDMO Hackathon.
Technischer Support für den Erfolg
Die technische Leitung des Hackathons übernahm das am Naturalis Biodiversity Center (Leiden/Niederlande) angesiedelte DiSSCoTech-Team. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Entwicklung von Machine Annotation Services zur Integration in die DiSSCo-Infrastruktur. Nach einem Kick-Off Mitte September, in dem die wichtigsten Ressourcen vorgestellt wurden und sich erste Teams formierten, fand das eigentliche Event über zwei Tage Mitte Oktober statt. Nach einem technischen Onboarding und Einführung in die DiSSCo Infrastruktur, formierten sich die finalen Teams und es konnte bis zum Folgetag an mehreren kleinen Projekten gearbeitet werden.
Verschiedene Use Cases, Innovative Lösungen

Innerhalb von zwei intensiven Tagen entwickelten sechs Teams verschiedene Machine Annotation Services, die insbesondere bildbasierte Sammlungsdaten anreichern sollen.
BDQ-Validator
- Das Team erweitere ein bestehendes Datenqualitätsframework bzgl. geografischer und taxonomischer Kategorien, wodurch Datensätze automatisiert validiert werden können.
AIdentify
- AIdentify hilft dabei, das verwendete AI-Modell zu identifizieren und unterstützt z.B. bei dem Preprocessing.
TraitTrail
- Gibt anhand von Bilddaten Vorschläge für verschiedene morphologische Eigenschaften von gepinnten Insekten, wie Flügel, Fühler usw. Das MAS konvertiert die Ergebnisse in strukturierte DiSSCo Annotationen.
Ruler Detection
- Dieses Tool findet den Maßstab auf digitalisierten Herbarbelegen und fügt die Pixel des Bildes in Zentimeterangaben hinzu.
Verifying Herbarium Specimen
- In diesem Team wurde ein Workflow zur Plausibilitätsprüfung erarbeitet, der die Bilddatei mit dem entsprechenden Label vergleicht. Weichen beide zu stark voneinander ab, weißt das System auf die Notwendigkeit einer manuellen Prüfung hin.
Geographic Place Names
- Dieses Team widmete sich der Herausforderung historischer und mehrdeutiger Ortsnamen. Der MAS gleicht Fundortangaben mit modernen Geodatenbanken ab und klärt historische Geografien auf, was die Qualität von Verbreitungskarten enorm verbessern kann.
Plant Organ-Level Retrieval
- Eng verknüpft mit der Merkmalsextraktion, entwickelte dieses Team eine Suche auf Organebene. Statt nur nach ganzen Belegen zu suchen, können Nutzer:innen nun spezifische Teile (z. B. „alle Blätter dieser Form“) über dem gesamten Datenkorpus hinweg finden und vergleichen.
Prototypen als Inspiration für die Weiterarbeit
Alle Entwicklungen sind Prototypen, an denen die Beteiligten nach dem Hackathon weiterarbeiten können. Das WiNoDa Helpdesk sowie das DiSSCoTech-Team stehen weiterhin für Fragen zur Verfügung. Die Ergebnisse und Rückmeldungen fließen zum einen in die Weiterentwicklung der DiSSCo-Infrastruktur ein, zum anderen in die Weiterentwicklung von interaktiven Onlineformaten im GFBio e.V.
