Sep 17, 2026 Katharina Frohne
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Neue Publikation beleuchtet, wie aus Fischbeobachtungen verlässliche Forschungsdaten werden konnten

Illustration_Fischartenatlas

Wie wird aus Fischbeobachtungen unterschiedlichster Personen und Personengruppen ein verlässlicher, international verfügbarer Forschungsdatensatz? Ein neues Data Paper zum GfI-Fischartenatlas dokumentiert diesen Weg. An der spannenden Publikation war mit Softwareentwickler Claas-Thido Pfaff auch ein Kollege aus dem GFBio-Team beteiligt.


Wo eine bestimmte Fischart vorkommt, lässt sich oft nicht ohne Weiteres beantworten. Die relevanten Angaben verteilen sich auf wissenschaftliche Veröffentlichungen, behördliche Gutachten, regionale Datenbanken und ehrenamtlich erhobene Beobachtungen. Auch in Genauigkeit, Erhebungsmethode und Dokumentation unterscheiden sich die Daten oft erheblich.

Ein neues, im Biodiversity Data Journal erschienenes Data Paper zum GfI-Fischartenatlas beschreibt, wie es gelingen kann, so heterogene Daten zu prüfen, zu vereinheitlichen und für die Forschung aufzubereiten – am Beispiel eines Datensatzes aus dem Fischartenatlas des Gesellschaft für Ichthyologie (GfI). 62.545 Nachweise zu 264 Süßwasser- und Meeresfischarten aus 16 europäischen Ländern konnten so über die internationale Biodiversitätsforschungsplattform GBIF veröffentlicht und mit Forschenden weltweit geteilt werden.

Das Paper ist dabei wissenschaftliche Dokumentation und Interpretationshilfe zugleich. Es beschreibt nachvollziehbar, wie Angaben aus wissenschaftlicher und grauer Literatur, regionalen Datenbanken und Citizen-Science-Beobachtungen zusammengeführt, vereinheitlicht und überprüft wurden. Darüber hinaus dokumentiert es die Herkunft der Nachweise, räumliche Ungenauigkeiten und die Zuordnung unterschiedlicher Artnamen. Und es benennt eine wichtige Grenze: Der Atlas erfasst Vorkommen, nicht systematisch die Abwesenheit einer Art.

Die Publikation bietet damit verschiedenen Gruppen Orientierung:

  • Forschende können gut informiert beurteilen, welche Daten sich für ihre Fragestellung eignen
  • Fachgesellschaften, Museen, Behörden und Citizen-Science-Projekte erfahren, wie sich historisch gewachsene Datenbestände erschließen lassen
  • Forschungsinfrastrukturen und Förderinstitutionen bekommen einen Einblick in die personelle, technische und rechtliche Arbeit, die nötig ist, damit wertvolle Community-Daten langfristig nachnutzbar gemacht werden können

Die Arbeiten begannen als Use Case in der ersten Förderphase von NFDI4Biodiversity. GFBio brachte sich sowohl wissenschaftlich als auch bei der Klärung rechtlicher Voraussetzungen ein: Neben der Beteiligung von Claas-Thido Pfaff am Data Paper förderte GFBio ein Rechtsgutachten zu Urheberrecht, Datenschutz, Forschungsethik und Lizenzierung von Artvorkommensdaten. Dessen Empfehlungen flossen in die Veröffentlichung der Daten ein.

Der Fischartenatlas zeigt damit beispielhaft, wie über viele Jahre gewachsene Biodiversitätsdaten FAIR, also auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar, bereitgestellt werden können – und kann so auch als Orientierung für andere ähnliche Vorhaben dienen.

Mehr über die Entstehung des Datensatzes und die weitere Zusammenarbeit lesen Sie im ausführlichen Beitrag von NFDI4Biodiversity.


Zur Publikation

Brunken H., Braubach L., Engel T., Grobe P., Pfaff C.-T., Rach B., Vatterrott H.-R., Friedrichs-Manthey M. (2026), The "GfI-Fischartenatlas" of the German Ichthyological Society (GfI) - A compilation of validated fish species occurrence records. Biodiversity Data Journal 14: e201405. https://doi.org/10.3897/BDJ.14.e201405


Katharina Frohne
PR Koordination

Katharina koordiniert in NFDI4Biodiversity die Öffentlichkeitsarbeit und kümmert sich u.a. um Webseiten und die Social-Media-Kanäle. Bevor sie 2021 zu GFBio gestoßen ist, hat sie als Journalistin über Wissenschafts-, Kultur- und Gesellschaftsthemen geschrieben. Beruflich begeistert es sie, komplexe Themen und Zusammenhänge verständlich zu erklären; privat ist sie gern mit ihrem Hund in der Natur unterwegs, malt und fotografiert.